Rettet die Unternehmenskultur

Wie viel Einfluss die Art der Führung auf die Stimmung und Atmosphäre im Unternehmen nimmt, wird sehr häufig unterschätzt. Obwohl wir alle wissen, dass eine gute Unternehmenskultur und ein positives Arbeitsumfeld wichtig sind, wird meines Erachtens zu wenig auf den Führungsstil zurückgeführt.


Der viel beachtete Unternehmer Bodo Janssen zeigt wirkungsvoll, dass die gelebte Kultur zwischen Mitarbeitern und Verantwortungsträgern maßgeblich dazu beiträgt, ein Unternehmen voranzubringen. Das Beispiel zeigt auch eindeutig, dass es Chefsache ist, eine gesunde Unternehmenskultur zu schaffen und zu erhalten. Denn klar wird hier auch, sie kommt nicht von allein und bleibt nicht, wenn nicht kontinuierlich an ihr gearbeitet wird. Die Unternehmenskultur ist das Ergebnis geschäftlicher Beziehungsarbeit.

Der US-amerikanische Autor und Berater Peter Economy hat die größten Gefahren zusammengefasst, die sich unmittelbar auf die Unternehmenskultur auswirken. Diese fünf Hinweise möchte ich Ihnen weitergeben:


1.    Achtsamkeit bei der Zusammenstellung von Teams

Wer eine nachhaltige Unternehmenskultur aufbauen will, muss schon bei der Zusammensetzung seines Teams damit beginnen. Schon bei der Bewertung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielen deren Werte eine Rolle, die auch das Unternehmen repräsentieren will. Sie müssen von Anfang an einbezogen werden. Überzeugungen lassen sich nicht antrainieren. Deshalb gilt für diejenigen, die die Werte des Unternehmens nicht mittragen, leider Abschied nehmen.


2.    Gleiche Werte, unterschiedliche Charaktere

Trotz aller Bestrebungen, Menschen mit ähnlichen Werten und Zielen zu finden, darf ein Team nicht zu gleichartig, nicht zu homogen sein. Neben gleichen Werten sollten deshalb verschiedene Charakterzüge im Team aufeinandertreffen, um die nötige Reibung für Kreativität zu erzeugen. Diversität ist für die Unternehmenskultur in jeder Hinsicht ein wichtiges Thema, das vorangetrieben und gestärkt werden sollte.


3.    Werte-Leitbild vor Wachstum

Die Unternehmenskultur muss sorgfältig gepflegt werden, besonders in Wachstumsphasen. Unternehmen, die expandieren wollen, sollten vorher Werte und Verhaltensweisen in einem Leitbild definieren, um zu vermeiden, dass das wachsende Team auseinanderdriftet. Gerade jetzt ist es wertvoll, alle Mitarbeiter darauf „einzuschwören“ und in Teambuilding-Maßnahmen zu investieren.


4.    Offene, transparente Kommunikation

Zum Erhalt der Unternehmenskultur muss ein offener Kommunikationsfluss im Team oberste Priorität haben. Gerade für die Führung sollte der Arbeitsschwerpunkt weniger im operativen Geschäft als in der Kommunikation liegen: Dinge vorantreiben, die richtigen Menschen miteinander vernetzen und Pläne sowie Strategien klar artikulieren. Scheitert eine Chefin oder ein Chef daran, führt das zu Unsicherheit und Misstrauen.


5.    Feedback-Kultur anstatt Erwartungsdruck

Zu hohe Erwartungen bedrohen die Unternehmenskultur. Werden Erwartungen innerhalb der Führungsriege auch noch unterschiedlich gewichtet oder bewertet, löst das Frustration aus. Auf wen soll der Mitarbeiter dann reagieren? Wie soll er es wem recht machen? Besser sind eine klare Aufgabenverteilung und eine Feedback-Kultur, in der sich Mitarbeiter regelmäßig mit Fragen und Anpassungsvorschlägen für das bestehende Aufgabenfeld an ihre Führungskraft wenden können.

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